Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.
(Friedrich Nietzsche)
Thank You For The Music.
(Benny Andersson/Björn Ulvaeus)
Die Musik hat von allen Künsten den tiefsten Einfluss auf das Gemüt. Ein Gesetzgeber sollte sie deshalb am meisten unterstützen.
(Napoleon I. Bonaparte)
Let The Music Play.
(Burt Bacharach/Hal David)
Music Makes The People Come Together.
(Madonna/Mirwaïs/Green/Kersey)
Ein Lied geht um die Welt.
(Hans May/Ernst Neubach)
Music is a world within itself with a language we all understand.
(Stevie Wonder)

Aktuelle News

22. Juli 2020

DMV und SOMM lehnen Gesangsverbot an Schulen kategorisch ab

Verbände gemeinsam gegen das Singverbot (Grafik Carus/Helbling)

Der Deutsche Musikverleger-Verband e.V. (DMV) und die SOMM - Society Of Music Merchants e.V. kritisieren das generelle Gesangsverbot an Schulen, das aufgrund der Corona-Pandemie aktuell in den Bundesländern Baden-Württemberg, Berlin, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein gilt. Der Grund: Ein generelles Gesangsverbot schadet dem Fach, dem Stellenwert des Singens für die kindliche Entwicklung allgemein und damit den Schülerinnen und Schülern in ihrer persönlichen und emotionalen Entwicklung sowie letztendlich auch ihrer Gesundheit.

Singen ist gesund, macht glücklich und fördert die Entwicklung von Kindern             

Singen stärkt die Abwehrkräfte sowie das Immunsystem und es macht glücklich, denn beim Singen werden körpereigene Glückshormone ausgeschüttet. Endorphin, Serotonin, Dopamin und Adrenalin werden freigesetzt und damit verbessert sich unser Gefühlszustand. Gleichzeitig werden Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin abgebaut. „Einem Kind das Singen vorzuenthalten, führt zu seelischer Unterernährung. Singen ist so wichtig für die Seele, wie Essen für den Körper“, meint Katharina Holzmeister, Sprecherin der AG Kleinere Musikverlage im DMV, und ergänzt: „Studien haben ergeben, dass Kinder besonders vom Gesang profitieren. Ihre Sprache, ihr Denken und ihre Koordination sind besser entwickelt als bei nicht singenden Kindern.“ 

Daniel Knöll, Geschäftsführer der SOMM fügt hinzu: „Wir beobachten seit langem die Entwicklungen der musikalischen Bildung an deutschen Schulen mit großer Sorge. Wird jetzt ein flächendeckendes Singverbot an Schulen durchgesetzt, ist anzunehmen, dass in Zukunft noch mehr Musikunterricht an allgemeinbildenden Schulen dauerhaft aus dem Curriculum gestrichen wird. Das muss unbedingt vermieden werden.”

„Das Singen in der Schule pauschal zu verbieten, ist aus medizinischer Sicht nicht notwendig und aus entwicklungspsychologischer unserer Meinung nach fahrlässig. Dazu ist ein Singverbot ethisch und gesellschaftspolitisch äußerst bedenklich. Singen muss unter Wahrung sinnvoller Hygienekonzepte möglich sein“, so auch Ester Petri, Dr. med. Johannes Graulich (beide Carus-Verlag) und Alwin Wollinger (Helbling Verlag), die sich bereits an das Kulturministerium von Baden-Württemberg gewandt haben.

Generelles Gesangsverbot lässt Alternativen außer Acht


Eine generelle Untersagung des Singens in geschlossenen Räumen trägt dem gegenwärtigen Kenntnisstand zu einem angemessenen Verhalten unter Pandemiebedingungen in keiner Weise Rechnung und lässt sowohl einen differenzierten Umgang wie auch kreative Alternativen außer Acht. Nach Auskunft führender Musikermedizinerinnen und -mediziner ist beispielsweise gegen das Singen in größeren Räumen mit Abstand oder im Klassenzimmer mit einfacher medizinischer Maske nichts einzuwenden. Auch aus musikpädagogischer Sicht ist das Ergebnis mit einer nur leichten Klangveränderung durch einen Mund-Nasen-Schutz sehr gut vertretbar, denn es kommt beim Klassensingen nicht primär auf die Klanggestaltung an. Vielmehr stehen die mannigfaltigen Gründe im Vordergrund, die seit jeher das Singen im Klassenverband begründen: Das Singen ermöglicht einen emotionalen Zugang zu diversen Unterrichtsinhalten auch in Verbindung mit Lehrplanthemen und der Musikgeschichte, es schafft ein Gemeinschaftsgefühl und fördert die soziale Kompetenz sowie die individuelle Ausdrucksmöglichkeit. Zusätzlich unterstützt das Singen die Sprachkompetenz von nicht muttersprachlichen Kindern und schult die Stimme für eine mögliche spätere Teilhabe an schulischen und außerschulischen Ensembles.

Kreative Lösungen ermöglichen das Singen in Schulen

Statt einer pauschalen Stigmatisierung des Singens, die auch im Hinblick auf die Wahrnehmung der Bedeutung des Musikunterrichtes in der breiten Bevölkerung gefährlich ist, sind kreative und differenzierte Lösungen gefragt. Um den Kindern das Singen in der Schule weiterhin zu ermöglichen, schlägt der DMV im Schulterschluss mit der SOMM deshalb die Umsetzung folgender Maßnahmen im Musikunterricht vor:

·        Singen im Klassenverband mit einfacher medizinischer Maske unter Einhaltung des Sicherheitsabstands

·        Lockere Verteilung der Kinder im Klassenraum

·        Summen von Liedern, Singen in Teilgruppen (jeder Übernächste)

·        Beschränkung der Dauer des Singens und Lüftungsregeln

·        Singen in Aula, Foyer, Turnhalle oder im Freien auf dem Schulhof

Unter Einhaltung dieser Regeln ist das Singen an Schulen auch in Corona-Zeiten bedenkenlos möglich.

 

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